เข้าสู่ระบบDas Licht erlischt. Die Nacht verschlingt das Haus, das Dorf, die Welt. Endlich entferne ich mich, meine Schritte lautlos auf dem Pflaster. Ich kehre zum Strand zurück, zu den Felsen, wo ich mich verstecke, wo ich auf dem Sand schlafe, wo ich von ihr träume. Morgen werde ich ihr wieder folgen. Ich werde sie leben, lachen, glücklich sein sehen. Ich werde mich von diesen Bildern ernähren, von diesen Lächeln, die nicht für mich bestimmt sind, von diesem Glück, das ich ihr nicht geben kann. Und ich werde mich weiter hassen. Diego Die Tage vergehen, identisch und doch unerträglich. Jeden Morgen postiere ich mich im Schatten, warte darauf, dass sie aus Doña Elenas Haus kommt. Jeden Tag folge ich ihr, unsichtbar, schweigend, besessen. Der Mittwochsmarkt. Sie geht von Stand zu Stand, ihren Korb in der Hand, wählt Obst, Gemüse, frischen Fisch. Sie feilscht mit d
DiegoIch bin zurückgekehrt.Das Dorf ist dasselbe wie in meiner Erinnerung, weiß und blau unter der gleißenden Sonne. Die niedrigen Häuser mit den farbigen Fensterläden, die engen Gassen, die zum Meer hinabführen, die Fischerboote, die sanft im kleinen Hafen schaukeln. Das Leben fließt hier, langsam, friedlich, wie ein ruhiger Fluss, der die Stürme der Welt ignoriert.Ich bin ein Schatten unter Schatten, ein Geist, der beobachtet, ohne gesehen zu werden. Meine Kleidung ist die eines gewöhnlichen Reisenden, mein Gesicht ist unter einer abgenutzten Kappe verborgen, meine Augen hinter dunklen Brillen. Niemand schaut mich an. Niemand erkennt mich. Ich bin niemand mehr.Versteckt hinter der Ecke eines Hauses warte ich. Die Sonne steigt am Himmel empor, die Hitze wird intensiver, die Luft wird schwer von Salz und Leben. Die Dorfbewohner kommen und gehen, gleichgültig, beschäftigt mit ihren täglichen Aufgaben. Frauen, die die Schwelle ihrer Tü
Ich setze mich auf einen Felsen, dem Meer zugewandt. Ich warte.Das Morgengrauen wird kommen. Valentina wird kommen. Und ich werde sie sehen.Nicht um mit ihr zu sprechen, nicht um mich zu zeigen. Noch nicht. Zuerst muss ich beenden, was ich begonnen habe. Ich muss die letzten Männer Humbertos beseitigen, Chiara zurücknehmen, meine Rache abschließen.Danach, erst danach, werde ich zurückkehren. Ich werde mich vor ihr auf die Knie werfen, ich werde ihr alles sagen, was mir auf dem Herzen liegt, ich werde sie anflehen, mich zurückzunehmen.Und wenn sie ablehnt... wenn sie wirklich mit Mateo glücklich ist, wenn sie wirklich die Seite umgeblättert hat...Dann gehe ich. Ich verschwinde für immer. Ich lasse sie ihr Leben leben, ihr schönes einfaches normales Leben, mit ihren Leinwänden und ihren Sonnenuntergängen.Das sage ich mir. Das will ich glauben.Aber tief in mir, im Dunkeln, in der Leere, weiß ich, dass es ei
Ich kann nicht beides haben. Ich muss wählen.Aber ich weiß nicht zu wählen. Ich habe nie zu wählen gewusst. Mein ganzes Leben lang war ich zwischen gegensätzlichen Kräften zerrissen, unfähig, ein Gleichgewicht, einen Frieden, einen Sinn zu finden.Also mache ich weiter. Ich jage die letzten Männer Humbertos, ich bereite ihren Tod mit derselben eisigen Sorgfalt vor. Und gleichzeitig suche ich Valentina, ich verfolge ihre Spur, ich nähere mich ihr jeden Tag ein wenig mehr.Die Zeit ist nicht mehr mein Verbündeter. Mit jedem Tag, der vergeht, verstärkt Humberto seine Verteidigung, wurzelt Chiara ein wenig mehr in seinem Imperium, entfernt sich Valentina ein wenig mehr von mir.Ich muss handeln. Schnell. Jetzt.Ich schließe das Notizbuch, ich schiebe es unter die Matratze. Ich stehe auf, ich nehme mein Messer, ich stecke es in meinen Gürtel. Ich verlasse den Unterschlupf, ich gehe die schmutzige Treppe hinunter, ich trete in die Nacht.
Aber ich kann nicht auf sie verzichten. Ich kann nicht. Ich verlasse das Schaufenster, ich nehme meinen Weg wieder auf. Meine Schritte tragen mich nach Norden, in das Viertel, wo der nächste Name auf meiner Liste sich versteckt. Ein weiterer Leutnant von Humberto, ein weiterer Mann, der eliminiert werden muss. Ich werde ihn töten. Wie ich alle anderen getötet habe. Kalt, methodisch, ohne Hass und ohne Vergnügen. Und wenn niemand mehr zwischen Humberto und mir steht, wenn er allein, verletzlich, auf den Knien ist, werde ich kommen, um ihn zu holen. Und ich werde Chiara zurücknehmen. Danach... danach gehe ich in den Süden. Ich finde Valentina. Ich werfe mich vor ihr auf die Knie, wie ich es auf dem Bahnsteig getan habe. Ich sage ihr, dass ich sie liebe, dass ich nie aufgehört habe, sie zu lieben, dass ich zu allem für sie bereit bin. Und ich werde sehen, was s
DiegoDrei Monate.Drei Monate, in denen ich jage, töte, verschwinde.Humbertos Männer fallen einer nach dem anderen, wie Dominosteine, wie Fliegen, wie Bauern auf einem Schachbrett. Miguel Alvarez in der Kirche von Coyoacán, eine Kugel im Nacken, während er betete, kniend vor der Jungfrau. Roberto Fuentes in seinem Bad, in seinem eigenen Blut ertränkt, die Kehle so sauber durchtrennt, dass das Wasser klar blieb. Eduardo Reyes in seinem Auto, der Schädel gegen das Lenkrad geschmettert, ein banaler Tod, der wie ein Unfall aussieht.Ich hinterlasse nichts. Keine Zeugen, keine Beweise, keine Signatur. Nur Körper, die sich anhäufen, Plätze, die leer werden, ein Imperium, das zerbröselt.Die Unterwelt von Mexico brodelt vor Gerüchten. Man flüstert einen Namen, in den illegalen Bars, in den Hinterhöfen, in den schäbigen Hotelzimmern, wo sich die treffen, die noch wissen, was wissen heißt.El Espectro.Das Gespenst.
GiuliaIch löse mich von der Wand und eile mit schnellen Schritten davon, flüchte mich in die Toiletten. Ich schließe mich in einer Kabine ein, das Herz rast. Ich presse meine Handflächen gegen meine Augen, um die drohenden Tränen zurückzuhalten. Sie dürfen hier nicht fließen. Nicht in seinem Gebäu
GiuliaDer Regen schlägt gegen die Fenster des Großraumbüros wie eine unaufhörliche Mahnung. Jeder Tropfen scheint dasselbe Wort zu skandieren: warum, warum, warum. Ich starre auf meinen Computerbildschirm, die Zahlen tanzen vor meinen Augen, ohne dass mein Gehirn sie erfassen kann. Meine Welt best
GiuliaDie Tür meiner Wohnung schließt sich hinter mir mit einem dumpfen Klicken, einem endgültigen Geräusch, das die Dichtigkeit der Welt besiegelt. Hier gibt es keinen Lorenzo Conti mehr. Keine strahlende Chiara. Kein Büro, keine Zahlen, keine von Hass erfüllten Blicke. Es gibt nur die Stille. Ei
GiuliaDie Lüge war so gewaltig, so monströs, dass sie beinahe wahr wurde. Ihr Glück war das Einzige, woran ich mich noch klammern konnte. Die einzige Rechtfertigung, die im Trümmerfeld meines Lebens noch Bestand hatte.— Du bist die beste Schwester der Welt, flüsterte sie mit feuchten Augen. Ich m







