Mag-log in„Du bleibst besser in deinem Zimmer, Eli“, warnte Marlene ihre Tochter, nachdem sie kurz bei ihr vorbeigeschaut hatte.Eli weigerte sich auch an diesem Morgen, ihr Zimmer zu verlassen. Selbst als Marlene sie zum Frühstück rief, gab es keinen Streit. Das Mädchen lehnte einfach leise ab. Normalerweise hätte Marlene eine solche Weigerung sofort aufgebracht. Doch Harold hatte ihr versprochen, dass heute der Tag war, an dem die Familie Callister zu Fall kommen sollte. Allein diese Aussicht genügte, um ihre schlechte Laune im Zaum zu halten.„Ja, Mama“, antwortete Eli leise.Danach ging Marlene ihren eigenen Angelegenheiten nach. Aus der Ferne hatte sie mit angesehen, wie die Familie gemeinsam am Frühstückstisch saß – ohne sie. Niemand hatte es auch nur für nötig gehalten, sie zum Essen holen zu lassen.„Was für eine Unverschämtheit“, murmelte sie, während sie durch den Korridor in Richtung Haupthalle ging.Eigentlich wollte sie noch einen Blick in den rechten Seitenflügel werfen, in de
Althea hatte die ganze Zeit schweigend zugehört. Nun spürte sie endlich, wie sich die Anspannung in ihrer Brust löste. Die schwere Last, die so lange auf ihrer Familie gelegen hatte, begann sich langsam zu heben.Mitten im Gespräch wandte sie sich Daven zu und flüsterte:„Was ist mit unseren Neuigkeiten?“Daven wusste sofort, was sie meinte.„Bist du sicher?“, fragte er leise.Althea nickte. „Alle sind hier. Sie gehören schließlich zu unserer Familie.“Daven sah sie einige Sekunden lang aufmerksam an, dann nickte er. Er trat ein wenig weiter in die Mitte des Zimmers.„Ich habe noch etwas zu verkünden.“Die Gespräche verstummten augenblicklich. Alle sahen zu ihm. Die Erleichterung und Freude in seinem Gesicht waren nicht zu übersehen.„Es gibt etwas, das wir gern mit euch teilen möchten.“Riana wurde sofort wieder etwas angespannt. „Ist noch etwas passiert?“Daven schüttelte den Kopf. „Nein. Diesmal sind es gute Nachrichten.“Er sah kurz zu Althea, bevor er den Blick wieder
Die angespannte Stimmung im Krankenhauszimmer änderte sich schlagartig, als die Tür aufging.„Mama!“Noch bevor Grace ins Zimmer gestürmt kam, war ihre Stimme zu hören. Ihre Augen waren bereits rot geweint. Als sie Althea aufrecht im Bett sitzen sah, an die Kissen gelehnt und mit einer Infusion an der Hand, liefen ihr sofort wieder Tränen über die Wangen.Althea öffnete augenblicklich die Arme.Grace warf sich hinein und klammerte sich mit erstaunlicher Kraft an sie. „Mama, bitte werd nicht noch mal ohnmächtig … Ich hatte solche Angst. Tante Felicia hat gesagt, wir sollen erst mal nach Hause fahren, aber ich wollte dich unbedingt sehen.“Ihre Stimme zitterte, und ihre Schultern bebten, während sie verzweifelt versuchte, nicht loszuweinen. Althea strich ihr beruhigend über den Rücken.„Es tut mir leid, dass ich dir solche Angst gemacht habe.“Grace schüttelte hastig den Kopf. „Ich dachte, du bist richtig krank.“Josh stand auf der anderen Seite des Bettes, näher als sonst. Sein
Harold blieb wie angewurzelt stehen. Sein Blick wurde hart. Innerhalb weniger Sekunden begriff er, dass sie ihm den Fluchtweg längst abgeschnitten hatten.„Aus dem Weg“, befahl er eisig.Keiner der Männer rührte sich.Harold versuchte, sich an ihnen vorbeizudrängen, doch einer packte ihn an der Schulter. Sofort stieß Harold ihn von sich und versuchte, sich loszureißen. In dem engen Durchgang entstand ein kurzes Gerangel.Doch die Männer waren vorbereitet.Zwei von ihnen packten Harold und drehten ihm die Arme auf den Rücken. Sein Handy fiel zu Boden und schlitterte ein Stück über den Boden. Harold wand sich mit aller Kraft, doch ihr Griff blieb unerbittlich fest.„Dein Widerstand ändert nichts“, sagte einer der Männer ruhig.Harold rang nach Luft. Seine Brust hob und senkte sich hektisch, sein Gesicht lief rot an. Doch diesmal war es nicht nur Wut.Zum ersten Mal an diesem Tag war da noch etwas anderes.Angst.Jetzt begriff er es. Alles, was er aufgebaut hatte, um andere zu v
Einige Stunden zuvor, als Althea ins Krankenhaus gebracht worden war, hatten sich die Ereignisse draußen bereits überschlagen. Alles ging plötzlich Schlag auf Schlag. Den Gejagten blieb kaum noch Zeit, überhaupt zu Atem zu kommen.Für die Jäger war das Chaos, das sie gesät hatten, mehr als genug.Das friedliche Leben, an dem die Familien Miller und Callister so verzweifelt festhielten, geriet zum Spielball jener, die im Hintergrund sorgfältig Unruhe schürten – Schicht für Schicht und so geschickt, dass ihre Spuren kaum zu erkennen waren.In einem großen Haus am Stadtrand von Kaltenburg schlich Bret Frederick gerade mit einem schwarzen Koffer in der Hand durch eine Seitentür nach draußen.Dabei war alles genau geplant gewesen. Die Schlagzeilen, die Daven Callister zu Fall bringen sollten, sollten Bret den Weg an die Spitze des Unternehmens ebnen, damit er ohne Widerstand den Posten des CEO übernehmen konnte.Doch dann hatte sich das Blatt gewendet.Und nun traf der Gegenschlag aus
Althea lächelte schwach. „Wenn ich an diese Zeit zurückdenke, spüre ich noch immer, wie dunkel damals alles für mich war.“„Dann lass mich diesmal von Anfang an jeden Schritt mit dir gehen“, sagte Daven. „Die ganze Schwangerschaft, die Geburt, unser Kind großziehen. Ich möchte da sein, wenn es erwachsen wird und irgendwann seine Träume verwirklicht. Genau wie du mir die Chance gegeben hast, für Josh und Grace da zu sein.“Er führte ihre Hand erneut an seine Lippen und küsste ihren Handrücken. Diesmal ließ er sich Zeit. Seine Lippen verweilten einen Moment auf ihrer Haut, die Geste voller Zärtlichkeit.„Lässt du mich?“„Natürlich.“ Altheas Lächeln wurde noch sanfter, und stilles Glück lag darin. „Ich will niemand anderen an meiner Seite haben als dich. Und diese Schwangerschaft … sie ist wirklich das schönste Geschenk, das Gott uns machen konnte.“„Und ich bin mir sicher, Chase würde sich sehr freuen, wenn er wüsste, dass Grace bald noch ein Geschwisterchen bekommt.“Althea nickte
„Sag mal … bist du völlig verrückt geworden?“Althea verstand nur zu gut, warum ihre beste Freundin so reagierte, mit einem Gesichtsausdruck, der vor blanker Fassungslosigkeit förmlich erstarrte. Sie hatte Lydia alles erzählt – und obwohl keine einzige Träne gefallen war, wusste Lydia genau, wie ti
Es wäre gelogen zu behaupten, dass es Althea nicht verletzen würde. Und es wäre scheinheilig zu behaupten, sie sei nicht traurig oder enttäuscht. Aber … was hätte sie tun können? Nichts konnte diesen Lauf der Dinge aufhalten. Nicht einmal der Mann, auf den sie einst zu vertrauen glaubte, war auf ihr
„Bist du völlig von Sinnen?“, fuhr Catherine Callister – oder einfach Kate – sie an, und ihre gellende Stimme zerriss die Ruhe des Gartens wie ein Messerstich. Ihre perfekt gepflegten Finger krallten sich so fest in Altheas Schulter, dass die zierliche Frau ins Wanken geriet. Die leichte Plastikgieß
„Ich werde wieder heiraten“, sagte Daven. „Und ich sage es nur einmal. Ich werde dich nicht um Erlaubnis bitten.“Er setzte seine Kaffeetasse mit einem harten Klirren ab – und beendete damit ein Frühstück, das er nicht einmal berührt hatte.Althea stand reglos neben dem langen Esstisch aus weißem







