Zella
Früher dachte ich, „Schwester“ sei das Grausamste, wie er mich nennen könnte. Ich habe mich geirrt.
Fünf Jahre lang war ich Lukas Santiagos Ehefrau – eine Rolle, die sich eher wie ein Fragezeichen anfühlte als wie ein Versprechen. Jeden Tag fragte ich mich, ob ich nur ein Fehler war, den er noch nicht entsorgt hatte. Dann fand ich die Kette. Die Kette, die alles zerstörte. Sie verriet mir, dass Lukas sich ein neues Leben mit Camilla, meiner Pflegeschwester, aufbaute, während ich noch a den Scherben des alten festhielt.
Ihr war nichts geblieben. Kein Name. Keine Familie. Kein Beweis dafür, dass sie je mehr gewesen war als ein Mädchen, das die Santiagos aus Mitleid aufgenommen hatten.
Bis Damien Smith ihr die Tür öffnete.
Er ist der Adoptiverbe jenes Vermögens, das eigentlich ihr hätte gehören sollen – kalt, berechnend und der einzige Mann, der skrupellos genug ist, ihr dabei zu helfen, Lukas’ Welt in Schutt und Asche zu legen. Ihr Bündnis sollte eigentlich simpel sein: den Verrat aufdecken, ihr Geburtsrecht zurückfordern und schließlich quitt sein.
Doch je näher Elena der Wahrheit über den Tod ihrer Eltern kommt, desto mehr begreift sie, dass Damien Geheimnisse hütet, die tiefer vergraben sind als der Tresor der Santiagos – und einige davon tragen ihren Namen.
Nun sieht sie sich einem Machtkampf im Vorstand gegenüber, einem Erpresser, der genau weiß, was in der Nacht geschah, als ihre Eltern starben, und einem Mann, den sie niemals hätte begehren dürfen.
Er nennt sie „Schwester“. Doch so gemeint hat er es nie.
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