D. Lydia
DER JUNGE, DEN ICH VERGASS ZU LIEBEN
An meinem ersten Arbeitstag habe ich Kaffee über meinen neuen CEO verschüttet. Ich hätte nicht erwartet, dass er mich ansieht, als hätte er ein Gespenst gesehen.
Naomi Reyes braucht diesen Job. Sie braucht es ganz sicher nicht, dass Ezra Calloway sie so anstarrt, als versuche er, sich an ein Wort zu erinnern, dessen Schreibweise ihm entfallen ist oder dass er sie „Nomi“ nennt. Ein Name, den niemand mehr benutzt hat, seit jener Junge damals, im Sommer, als sie sieben wurde, spurlos aus ihrem Leben verschwand ohne ein einziges Wort des Abschieds.
Ezra erkennt sie nicht. Nicht wirklich. Alles, was er hat, sind unerklärliche Déjà-vu-Erlebnisse, eine unerklärliche Anziehungskraft zu ihr und Gedächtnislücken, von denen er noch niemandem erzählt hat Lücken, die genau in jenem Alter beginnen, an das er sich beim besten Willen nicht erinnern kann.
Während sich ihre verbotene Büroaffäre vertieft sehr zum Missfallen seines dominanten Großvaters, zeigen sich erste Risse. Ein gefälschtes Foto, das sie entzweien soll. Ein treuer Familienangestellter, der in Wahrheit gar nicht so loyal ist, wie er scheint. Ein geschäftlicher Rivale, der eine jahrzehntealte Vendetta verfolgt und eine Warnung, die bis ins Mark trifft: „Frag deinen Großvater, was in dem Sommer passiert ist, als du sieben wurdest.“
Jemand hat jahrelang dafür gesorgt, dass Ezra niemals erfährt, wer er früher einmal war und was es bedeuten würde, wenn er sich wieder daran erinnern würde.
Naomi verliebt sich nicht nur in ihren Chef. Sie verliebt sich in einen Jungen, den sie vor einer gefühlten Ewigkeit verloren hat verborgen unter dem Namen eines Fremden, darauf wartend, wiederentdeckt zu werden.
Manche Geheimnisse sind nicht dazu bestimmt, für immer verborgen zu bleiben.
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